Interview mit Oleg Heller, Ehemaliger Spieler SC Sternschanze, Jg. 1996, 18. Dezember 2009

Oleg, im Sommer bist du zum ETV gewechselt. Wie läuft es denn so?
Also bei uns in der Mannschaft stimmt es momentan und es läuft es ziemlich gut. Wir spielen zurzeit Landesliga und die Jungs sind klasse.
Ihr seid ungeschlagen Tabellenführer.
Ja das stimmt. Nur am letzten Spieltag haben wir ein Unentschieden hinnehmen müssen. Aber ansonsten –
Bei dem Spiel warst du nicht dabei, oder?
Ja, ich weiß aber nicht ob es daran lag.
Hättet ihr das für möglich gehalten vor der Saison?
Also unser Trainer hat als ein realistisches Ziel genannt, dass wir zum Saisonende unter den ersten fünf bleiben. Das war natürlich sehr untere Grenze. Aber ich glaube in jedem von uns war schon auch so ein bisschen Kampfgeist und wir wollen sicherlich erster sein am Ende der Saison und aufsteigen.
Wie würdest du am besten deine jetzige Mannschaft beschreiben?
Ich würd’ mal sagen total sympathisch. Die Typen sind alle total nett. Also da habe ich echt einen Glückstreffer gelandet. In den Spielen sind wir einfach angriffslustig. Wir sind offensiv und so gehen wir auch in jedes Spiel.
Welche Rolle spielet der Trainer dabei?
Wir haben zwei Trainer mit unterschiedliche Aufgaben. Die sind total nett. Das ist eine gute Kombination. Also jetzt nach dem Unentschieden waren die nicht so zufrieden. Die können auch mal andere Töne anschlagen aber das ist halt ganz gut . Das gehört auch dazu, dass – die können auch die Mannschaft motivieren.
Was ist anders beim ETV als du es aus unserer Mannschaft kennst?
Ich denke, es hat sich nicht sehr viel verändert, jetzt ist der Platz sogar gleich. Die Jungs bei Sternschanze waren super nett und das war ein klasse Umfeld. Für mich war das nicht so einfach mich darein zu finden und sozusagen loszulassen. Aber das ergibt sich dann auch mit der Zeit. Du musst auch irgendwann wenn du guten Fußball spielen willst im Kopf aufgeschlossen haben und deswegen ist das kein Problem.
Was ist anders?
Ja, ich würd’ sagen, der Unterschied ist eigentlich – Ich habe ja aus diesem Grund gewechselt. Ich wollte Fußball spielen – ja – aber ich wollte das Niveau verbessern.
Also die Mannschaft ist besser, um es mal auf den Punkt zu bringen.
Ich wollt es jetzt nicht so direkt sagen. Aber die Mannschaft spielt ein paar Ligen höher. Aber vom Ablauf und vom Umfeld her ähnelt sich das allgemein sehr. Es wird beim ETV ein bisschen mehr Disziplin abverlangt und das wird auch sehr schnell klar gemacht. Die Jugendarbeit ist bei beiden Vereinen eigentlich ganz gut.
Wie oft trainierst du jetzt insgesamt in der Woche?
Also insgesamt vier mal die Woche. Montags beim DFB-Stützpunkt, Dienstags bei der Hamburger Auswahl – aber zum Glück haben wir gerade Winterpause – und Mittwochs und Donnerstags beim ETV.
Und wie bekommst du das hin mit der Schule und so weiter?
Ich hab Schule bis 16 Uhr aber das geht ganz gut unter einen Hut zu bringen. Das macht auch immer wieder Spaß. Manchmal denkt man, man verlangt sich selbst zuviel ab, aber das geht irgendwie immer wieder alles im Alltag vor sich hin und es klappt.
Du bist jetzt zweimal eingeladen worden beim Hamburger Fußball Verband zu den Vergleichsspielen. Einmal gegen Berlin und einmal gegen Mecklenburg. Erzähl doch mal, wie war das?
Ja, also wenn man so eine Einladung kriegt dann ist das was ganz Besonderes und es ist schön, dass man etwas zurück kriegt, was man vom Verein gar nicht zurück bekommen kann für das was man zeigt. Man kann schon stolz darauf sein und es ist auch ziemlich cool zu solchen Vergleichen zu fahren. Also gegen Berlin haben wir ja in Jenfeld zuhause gespielt. Aber gegen Mecklenburg Vorpommern sind wir nach Güstrow gefahren. Das ist also mit dem ganzen Umfeld, mit dem Bus dahin zu fahren, Sachen da zu unternehmen, alle laufen einheitlich - Auch zu einem Spiel von Hansa Rostock sind wir gegangen. Und das ganze Umfeld das gibt einem doch schon sehr viel.
Ihr seid relativ erfolgreich gewesen in den Spielen.
Gegen Berlin haben wir im ersten Spiel 4:0 gewonnen. Im zweiten Spiel, das ist irgendwie typisch von uns, bauen wir immer ein wenig ab und wenn wir drei Spiele haben dann holen wir das im dritten Spiel wieder auf. Aber da hatten wir nur zwei Spiele und dann ist das zweite 2:2 ausgegangen. Gegen Mecklenburg Vorpommern haben wir das erste Spiel 11:0 gewonnen, das war sehr überlegen, da kam kaum Gegenwehr und wir haben auch im ersten Spiel mit der stärksten Truppe gespielt. Im zweiten Spiel dann 3:1 gewonnen und im letzten Spiel 5:1 gewonnen.
Und deine eigene Leistung? Konntest du dich auszeichnen?
Beim 11:0 hatte ich fünf Ballkontakte und dementsprechend war meine Leistung sehr solide. [alle lachen] Ich habe damals das dritte Spiel noch gespielt, das wir 5:1 gewonnen haben. Beim Tor war eine Ecke, der Ball wurde geklärt und die Anwehrjungs sind nicht schnell genug rausgerückt und dann kam der halt zum Schuss, das war eiskalt. Aber ansonsten bei dem 5:1 gab es schon mehr zu tun. Also der Trainer Björn Müller vom HFV hat auch jeden nach Schulnoten bewertet und hat mir eine drei gegeben. Aufgaben erfüllt, nicht mehr und nicht weniger.
Was hälst du von deinem Trainer bei der Auswahl, Björn Müller?
Vom Trainer geht immer eine gute Stimmung aus und der ist total nett. Mit dem kann man reden. Der wird auch mal lauter wenn es sein muss. Der sagt dann genau das Richtige. Der hat auch selber Erfahrung damit gemacht, der war Jugendnationalspieler und davon kann er auch profitieren.
Was ist deine Zielsetzung als Fußballer?
Wenn sich denn eine Karriere entwickeln sollte – man kann das nicht wirklich planen. Ich würde sagen, man hat natürlich diesen Willen. Aber man muss auch realistisch bleiben. Also ich werd auf jeden Fall Abitur machen und einen Plan B haben. Aber ich denke, wenn man dann später zu St. Pauli oder so wechselt und man erst mal in der A-Mannschaft spielen sollte, hat man auch gar keine schlechte Chance irgendwann mal wenigstens auf der Ersatzbank bei den Profis zu sitzen. Von daher ist das echt eine Perspektive.
Findest du es manchmal schade, dass du nicht mehr bei Sternschanze bist?
Also ich verbinde immer noch etwas mit diesem Verein. Nicht nur, weil mein Bruder und mein Vater dort spiele, sondern auch weil ich die Jungs halt sehr gut gekannt habe und sechs Jahre selber da gespielt habe und die ganzen Kindheitserinnerungen noch daran hängen. Ich hab auch noch ziemlich viele Fotos und alte Medaillen. Natürlich ist das immer noch was tolles bei Sternschanze zu sein, auch wenn man selber nicht mehr als Spieler hier ist. Aber es war für mich sicherlich auch ein guter Schritt zum ETV zu geben. Auch wenn es nicht einfach war. Also ich habe sechs Jahre beim SC Sternschanze gespielt und da lag natürlich auch ganz schön was in mir drin, was nicht so einfach verlassen werden konnte.
Hast du noch einen Gruß oder einen Tipp für unsere Mannschaft?
Strengt euch an und haut rein wenn die neue Saison anfängt. Dann startet von Anfang an voll durch und klettert mal nach ganz oben und belohnt euch selber.

Kader HFV Jg. 1996 - Vergleichsspiele gegen Berlin, Okt. 2009
Foto: Byernetzki (Quelle: http://www.hfv.de/_rubric/archive.php?rubric=424)