Interview mit Elvis Jarrs, Spieler 3. C Jugend, 18. Dezember 2009



Erzähl doch mal, wie es im Moment in der 3. C-Jugend läuft.
Ja, wir haben jetzt gewonnen. Und danach ein 3:3 gegen den Erstplatzierten gemacht. Und das ist natürlich schon gut. Davor lief es nicht so, aber wir haben jetzt 5 Punkte und sind nicht Letzter.

Hast du eine Erklärung warum es gegen Ende der Saison besser lief als am Anfang?
Vielleicht haben wir es am Anfang nicht so ernst genommen und am Ende war der Frust so groß, dass es zur Motivation geworden ist.

Und insgesamt, wie ist die Stimmung?
Gut. Also so, dass man vor dem Spiel sagt: „Die hauen wir weg!“.

Hat ja fast geklappt beim letzten Spiel als ihr in der letzten Minute noch den Ausgleich kassiert habt.
Immerhin knapp. Aber das ist halt Sternschanze.

Wieso?
Keine Ahnung, das ist wie beim HSV, da passiert auch in den Schlussminuten noch ein Gegentreffer.

Die Saison ist ja jetzt vorbei. Das 3:3 war das letzte Spiel. Was wünschst du dir für die Mannschaft und was muss besser werden?
Ich habe kein Bock mich zu freuen, dass wir auf dem vorletzten Platz sind. Ich würde eher sagen, dass wir uns jetzt höher ansiedeln und im Fußballspiel besser als Team funktionieren, wie in den letzten beiden Spielen.

Was muss dafür noch passieren?
Man darf sich auf dem Platz nicht mehr so oft anmeckern. Das war am Anfang der Saison so.

Wodurch wurde das besser?
Als wir dann irgendwann den ersten Punkt geholt haben war die Stimmung schon viel besser.

Du bist ja vor der Saison auf Wunsch des Trainers von der 2. C-Jugend in die 3. C-Jugend gewechselt. Wie hast du das damals gefunden?
Ich war damals ein bisschen angefressen. Aber jetzt finde ich es besser für mich in der 3. C-Jugend zu spielen. Da übernehme ich mehr Verantwortung. In der 2. C-Jugend war ich es oft, wenn ein Tor von jemand verschuldet wurde. Man musste mir auch noch Nachhilfeunterricht geben und mir das beibringen. So musste man die Übung zigmal erklären. Und das klappt in der 3. C-Jugend viel viel besser.

Das heißt, du bist im Nachhinein zufrieden mit der Entscheidung?
Ja. Das ist jetzt gut.

Was sagst du zur Mannschaft?
Ich finde es einfach super, dass wir am Ende noch so aufgeholt haben. Darauf kann man aufbauen.

Jetzt habt ihr zusätzlich zu Kai mit Kerstin noch eine zweite Trainerin. Wie lauft das?
Ganz gut, weil dann muss Kai nicht mehr alles alleine organisieren und an drei Orten gleichzeitig sein. Das ist schon besser.

Was macht der HSV noch diese Saison?
Er wird Werder am Wochenende 5:1 schlagen. Und in der Saison: Champions League.

Bist du zufrieden mit Bruno Labbadia?
Am Anfang dachte ich „scheiße“. Da mochte ich ihn überhaupt nicht weil er so – naja, am Anfang mochte ich ihn nicht und jetzt finde ich ihn schon wesentlich besser und ich finde es auch gut, wie er mit der Personalsituation umgeht.

Und gehst du hin am Wochenende?
Klar. Ich habe ja eine Dauerkarte.

Wie ich weiß, bis du auch Musiker, Elvis. Was machst du genau?
Ich rappe.

ELVIS - Das kann jeder

Song abspielen

Und wie kam es dazu?
Naja, in der Grundschule war es irgenwie trendy eine Band zu gründen und irgendwann haben Theo und ich uns gesagt, gründen wir doch mal ne Band. Kolja und so waren auch noch dabei. Und irgendwann sind alle ausgestiegen und ich war dann noch alleine. Und dann habe ich weiter gemacht. Ich habe dann angefangen zu rappen. Das war da noch keine Rap-Band oder so.

Hast du dir die Text selber ausgedacht oder wie funktionierte das?
Ja klar, ich werde oft gefragt, ob mein Vater die Texte schreibt oder so. Nee, klar, die Texte schreibe ich selber und es macht Spaß und beim Publikum kommt es auch sehr gut an.

Wo bist du schon aufgetreten?
Auf der Fusion, in Kassel, zweimal bei Viva Con Agua, im Völkerkundemuseum bei der Blockparty bei der Nacht der Museen, in der Roten Flora und zweimal auf dem Straßenfest.

Spielst du ganz ohne Instrumente oder mit Hintergrund?
Naja klar, mit Hintergrund. Also ich habe Beats. Von so nem Typen, der stellt mir halt immer Beats zusammen von anderen Rappern, die halt sehr bekannt sind und gibt die mir ob ich damit was anfangen kann. Und wenn die super sind, dann nehm’ ich die zu meinen Auftritten und rappe darauf. Mein Vater steht halt hinter der Bühne und drückt auf Play.

Und wenn man mal so vergleicht, Fußball spielen und Rappen, gibt es da Gemeinsamkeiten oder sind das ganz verschiedene Sachen, die nichts miteinander zu tun haben?
Fußball ist ein Teamsport und Rappen tu ich alleine. Also wenn ich jetzt in einer Band rappen würde wäre das was anderes, dann hätte das schon etwas gemeinsam. Aber so sind das ganz unterschiedliche Dinge.

Und wann ist der nächste Auftritt?
Das steht noch nicht fest, leider.

Wir machen dann eine Ankündigung auf unsere SCS96-Website.
Top.

Willst du noch etwas sagen zur Mannschaft?
Ja, keine Ahnung. Ich war ja früher – war ich irgendwie schlecht im Fußball. Niemand wollte mich Freistöße schießen lassen oder Elfmeter. Ich hatte aber trotzdem so Spaß daran, dass ich immer weiter gemacht habe, mich so weiter entwickelt habe über die Jahre und – jetzt auch auf das Niveau meiner Mitspieler gekommen bin. Das heißt ich war jetzt nie ein großes Talent oder so.

Aber du bist hartnäckig dran geblieben weil...
Weil es Bock macht. Nee, ich hab kein Bock das irgendwie in den Sand zu setzen. Kann ich nicht und dann - nee ich bin nicht so ein Typ und mach das dann schon zu Ende.

Ja, sehr schön. Vielen Dank.
Kein Problem.

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